Blog Annettes Schreibzeug

In meinem Blog Annettes Schreibzeug erzähle ich Geschichten von Menschen, von Ereignissen und von gesammelten Momenten, die ihr in der Rubrik "Knicklichter" findet. Dann freue ich mich, dass Lori als Gast ins Schreibzeug eingezogen ist und uns in ihrem Logbuch unter "Hör ma !" an ihren Gedanken teilhaben lässt. In der Kategorie "aus der Schreibwerkstatt" findet ihr Texte aus dem kreativen und biographischen Schreiben der  Schreibheimat Vanessa Geuen  https://https://www.schreibheimat.de/. Und zu guter Letzt gibt es auch noch Lyrik mit kurzen Gedankenschnipseln.  

Neuigkeiten

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21.08.2026, 20:47

Pino auf der Palliativstation

Die Kraft der Verbindung zwischen Mensch und Tier   mehr


09.08.2026, 20:45

...Touché

von der Liebe, einem Grafitti, getroffenen Herzen und dem grauen Alltag der Care Arbeit   mehr


29.06.2026, 16:11

"Vom Da-sein, wenn Nichts mehr da ist".

Dies ist die Geschichte über den Trost einer Dose mit grober Leberwurst, wie tröstlich ihre graue Masse sein kann, wenn sie einfach da ist, wenn man sie braucht.    mehr


18.04.2026, 14:15

Prinzen, Parka, Pickelcreme

Ein Märchen aus den 70 ger Jahren. Märchenbücher sind voll von kleinen Mädchen und jungen Frauen, die gottverlassen auf der Welt sind. Und was tun sie? Sie retten Männer, oder finden in Anbetracht ihrer Anmut...   mehr




22.08.2026

Pino auf der Palliiativstaion

20260817_105922(1)(1)[1].jpgNiemals hätte sie an eine Verbindung zwischen Mensch und Tier geglaubt. Ihre Kindheit war ohne Haustiere verlaufen, und sie hatten ihr auch nie gefehlt. Haustiere ließen sie kalt. Keine Streichelimpulse kamen über sie, wenn sich eine Katze schnurrend um ihre Beine schlang oder ein Hund mit treuem Blick aus braunen Augen um Aufmerksamkeit warb.
Zeitlebens hatte sie Hunde gemieden, unzählige Male die Straßenseite gewechselt, wenn ihr ein Mensch mit einem Hund entgegengekommen war, hatte angstvoll aufgeschrien, wenn er „nur spielen wollte“, unabhängig von seiner Größe oder Rasse.
Doch dann kam Pino.
Das Erste, was sie von Pino hörte, war das leise Trippeln seiner Pfoten auf dem blank geputzten Boden eines Klinikflurs.
An Pino war nichts Besonderes. Ein kleiner, braun-grauer Hundemischling, an dessen DNA sicher viele Hunderassen beteiligt gewesen waren. Jeden Montag besuchte er sterbende Menschen, die sich seinen Besuch wünschten.
An ihrem letzten Montag hatte sie sich seinen Besuch gewünscht.
Sie bekam ein kleines, weiches Tuch auf ihre magere Brust gelegt, und Pino nahm vorsichtig darauf Platz. Behutsam drehte er ihr seinen Rücken zu und bot ihr sein lockiges, weiches Fell zum Kraulen an.
Zaghaft begannen ihre Hände, Pinos Fell zu streichen, zu kraulen, sich darin zu vertiefen. Selbstvergessen, zärtlich, genussvoll, ganz im Einklang mit ihm.
Ihre Hände gruben sich in sein Fell, fuhren auf und ab über seinen Rücken, hielten inne, während ihre Augen geschlossen waren. Die Stille im Raum wurde warm. Der beidseitige Genuss schien mit Händen greifbar zu sein.
Es entstand eine Verbindung zwischen Mensch und Tier, jenseits von Führen und Folgen, vereint in der gemeinsamen Kreatürlichkeit, der Vergänglichkeit und der Verwurzelung in der Natur.
Erst als Pino seinen Kopf herumdrehte, sie anschaute, dabei aus seinem kleinen Pino-Maul ausatmete und der Geruch seiner alternden Zähne spürbar wurde, endete der Zauber.

Admin - 07:01:29 @ Knicklichter | Kommentar hinzufügen



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